Blog | Apr 24, 2011 | Noch ohne Kommentare

Ostergrüße zum weltweiten Tag der Lochkamera-Fotografie

Heute ist nicht nur Ostern, sondern auch der letzte Sonntag im April. Und das bedeutet: WPPD – Worldwide Pinhole Photography Day. Ein willkommener Anlass um mal wieder mit der Lochkamera zu experimentieren statt Ostereier zu suchen.

Die DSLR als Lochkamera

Im Prinzip ist die Camera Obscura nichts anderes als ein lichtdichter Kasten mit einem kleinen Loch, durch das die Lichtstrahlen einfallen und das Bild auf die Rückwand projezieren.

Statt Schuhkarton oder Filmdose lässt sich aber auch eine digitale Spiegelreflexkamera zur Lochkamera umfunktionieren.  Man braucht dazu:

Wer sich vor der Handarbeit scheut, findet, z.B. bei Ebay, diverse Anbieter, die fertige „Pinhole“-Deckel für DSLRs der wichtigsten Kamerahersteller anbieten.

Back to the basics: Mit einem kleinen Loch im Gehäusedeckel wird die DSLR zur Lochkamera.

Die "DSLR-Lochkamera"

Das kleine Loch im Kameradeckel erzeugt nun, ähnlich wie die Linsen des Objektivs, auf dem Sensor ein Abbild des Motivs. Der kleine Lochdurchmesser begrenzt das einfallende Lichtbündel und erzeugt eine (verhältnismäßig) scharfe Abbildung.

Ein bisschen Fototechnik

Der Abstand zwischen Loch und Sensor der Digitalkamera ist die Brennweite der modernen Lochkamera. Wie beim Objektiv auch ist die Blendenzahl der Quotient aus Brennweite und Durchmesser der Blendenöffnung. Durch das kleine, mit der Nadel gepiekste Loch ergeben sich bei der Lochkamera so sehr kleine Blendenzahlen.

Ein einfaches Rechenbeispiel: Der Abstand zwischen Sensorebene zum Lochkameradeckel beträgt bei Nikon-DSLRs 48 mm. Das ergibt eine Brennweite von 48mm. Bei einem Loch mit einem Durchmesser von 0,25 mm resultiert daraus eine Blendenzahl von f/190!

Die Lochkamera-DSLR ist nicht nur aufgrund der kleinen Blende sehr lichtschwach. Die Lichtstrahlen, die von einem Gegenstandspunkt ausgehen, werden bei der Lochkamera nicht durch Linsen wie bei einem Objektiv gebündelt. Beim Fotografieren mit der Lochkamera werden die Belichtungszeiten selbst bei strahlendem Sonnenschein sehr lang und es führt daher kein Weg am Stativ vorbei.

Osterglocken fotografiert mit einer Nikon D300 und einem Lochkamera-Deckel.

Vergleichsaufnahme mit einem aktuellen 50mm-Objektiv

Natürlich ist das mit dem „richtigen“ Objektiv aufgenomme Foto um einiges schärfer als die Lochkameraaufnahme. Trotzdem finde ich es immer wieder erstaunlich, was eine solche Lochkamera leistet. Und Spaß macht diese Art des „entschleunigten“ Fotografieren in jedem Fall.

Zur Website „Weltweiter Tag der Lochkamera-Fotografie“

 

 

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