Per Objektivadapter lassen sich DSLR-Objektive auch an der Systemkamera weiter nutzen.

Blog | Mrz 2, 2012 | 0 Kommentare

Objektivadapter

Oder: Wer passt zu wem?

Über das sogenannte „Bajonett“ wird das Objektiv an die Kamera angesetzt. Gleichzeitig tauschen Kamera und Objektiv über diesen Anschluss wichtige Informationen aus, z.B. zur Entfernungseinstellung und Belichtung.

Da jeder Hersteller bei der Schnittstelle zwischen Kamera und Objektiv seinen eigenen Weg geht, lassen sich die Objektive anderer Systeme nicht ohne weiteres an die eigene Kamera anschließen. Zuweilen bedingt der technische Fortschritt sogar einen Bajonettwechsel bei den Kameras eines Herstellers. Während Nikon sein 1959 mit der Nikon F eingeführtes Bajonett bis heute mechanisch beibehalten hat, wechselte Canon 1987 mit den Autofokus-Objektiven zum elektronische EF-Bajonett. Aus diesem Grund können ältere Canon SLR-Objektive mit FD-Bajonett nicht an heutigen Canon EOS-Kameras verwendet werden.
Eine rühmliche Ausnahme in diesem Zusammenhang stellt das von Olympus 2003 eingeführte Four Thirds System dar. Hierbei handelt es sich um einen offenen Standard der es möglich macht, dass jedes Four Thirds-Objektiv unabhängig vom Hersteller an jede beliebige Four Thirds-Kamera passt.

Spezielle Adapter aus dem Fotohandel erlauben das „Fremdgehen“, d.h. ein Objektiv der Marke A kann an der Kamera von Hersteller B zu verwenden. Wunder darf man aber nicht erwarten und in der Regel ist ein solcher Adapterring mit enormen Komfort-Einbußen verbunden: Auf die automatische Blendenfunktion muss man ebenso verzichten wie auf den Autofokus.

Dennoch kann ein solcher Adapter sinnvoll sein, z.B. um ein altes „Schätzchen“ aus der Analogära an der Digitalkamera weiter zu verwenden oder um den umfangreichen Objektivpark der DSLR an eine der neuen, praktischen Systemkameras (die die DSLR dann aber doch nicht voll ersetzten können) weiter zu nutzen.

Das Auflagemaß ist der Abstand zwischen Objektivfassung und Bildsensor. Da das Auflagemaß von Micro Four Thirds kürzer ist als bei Four Thirds, lassen sich Four Thirds-Objektive per Adapter an Micro Four Thirds-Kameras verwenden, aber nicht umgekehrt. Abbildung: Panasonic


Die entscheidende Größe bei der Antwort auf die Frage, ob sich ein Objektiv an die Kamera einer Konkurrenzmarke ansetzen lässt, ist das sogenannte Auflagemaß. Darunter versteht man den Abstand zwischen der Außenkante des Bajonetts und der Film- bzw. Sensorebene.
Ein einfacher, rein mechanischer Adapterring reicht, um das Objektiv von Hersteller A an eine Kamera der Marke B anzuschließen, wenn das Auflagenmaß von Firma A größer ist, als das Auflagemaß von Firma B.

Umgekehrt funktioniert es leider nicht. Ist Auflagemaß A kleiner als Auflagemaß B, so wird ein Adapter mit zusätzliche Linsen benötigt, um die Scharfeinstellung auf Unendlich zu ermöglichen. Diese Adapter sind teuer und die zusätzliche Linse geht zu Lasten der Bildqualität – in diesem Fall ergibt ein Adapter keinen Sinn und das Geld ist besser in ein Originalobjektiv investiert.

Nikon Makro-Objektiv an einer Olympus Pen. Dank Blendenring am Adapter können sogar G-Nikkore ohne eigenen Blendenring verwendet werden.


Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Auflagemaße wichtiger Kamerasysteme:

Bajonett-Typ

Auflagenmaß [in mm]

Nikon F

46,50

Sony Alpha A

44,50

Canon EF (EOS)

44,00

Olympus E-Bajonett (Four-Thirds)

38,85

Leica M

27,80

Micro-Four-Thirds

20

Samsung NX 10

25,50

Sony E (NEX)

18,00

Weitere nützliche Informationen rund um das Thema „Objektive“ findet Ihr u.a. in meinem Buch „Digitale Fotografie – Das große Handbuchfolgendem Buch.

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