Blog | Mrz 21, 2012 | 0 Kommentare

Kreative Unschärfe

Miniatureffekt mit Photoshop Elements 10

Wer schon einmal versucht hat, eine Blume von Nahem zu fotografieren weiß: Es ist nahezu unmöglich die gesamte Blüte scharf abzubilden. Es gilt die einfache Regel: Je kleiner das fotografierte Objekt, desto geringer ist der scharf abgebildete Bereich. Auge und Gehirn interpretieren die geringe Schärfentiefe und „erkennen“ im Bild die geringe Größe des aufgenommenen Objekts.

Der Miniatur-Effekt spielt mit dieser Sehgewohnheit und lässt ganz normale Aufnahmen zur Modellbahnkulisse schrumpfen. Die Bildwirkung lässt sich nur mit einem Tilt-Shift-Objektiv erreichen, bei dem sich die Linsen gegen die optische Achse neigen und verschwenken lassen, um die Schärfeebene zu verlagern. Eine günstigere Alternative sind die bekannten Lensbabies, es geht aber noch einfacher und ganz ohne teures Spezialobjektiv in Photoshop Elements. Mit Version 10 führte Abdobe die Ebenenmasken ein, mit denen der „Fake Tilt Shift“ bequem und leicht von der Hand geht:


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1. Von großer Bedeutung ist das Ausgangsbild. Am besten funktionieren Fotos, die schräg von oben aufgenommen sind, da diese Perspektive der „natürlichen“ Betrachtung einer Modellbahn-Landschaft entspricht.

2. Als nächstes zieht man die Ebene Hintergrund auf das Symbol Neue Ebene erstellen links unten im Ebenenbedienfeld, um eine Kopie der Hintergrundebene anzulegen.

Zunächst wird die Hintergrundebene kopiert.

3. Nun wird durch einen Klick auf das Symbol Ebenenmaske hinzufügen im Ebenenbedienfeld eine neue Ebenenmaske für die Ebene Hintergrund Kopie angelegt. Ihr erkennt die Ebenenmaske an dem weißen Rechteck, das im Ebenenbedienfeld neben der Miniatur der Ebene Hintergrund Kopie angezeigt wird.

Ebenenmasken erlauben die gezielte Manipulation einzelner Bildbereiche.

Zu Beginn ist die Ebenenmaske komplett weiß, die dazugehörige Ebene wird also komplett angezeigt. Um einzelne Bereiche der Ebene auszublenden, malt man die entsprechenden Partien in der Ebenenmaske schwarz aus. Dabei ist nicht nur reines Schwarz oder reines Weiß möglich, sondern ihr könnt alle Grautöne dazwischen verwenden. Dunklere Grautöne wirken deckender, hellere Grautöne haben eine höhere Transparenz zur Folge und machen entsprechend mehr von der dazugehörigen Ebene sichtbar.

4. Nun zeichnet man mit dem Verlaufswerkzeug einen Verlauf in der Ebenenmaske, um später einen kontinuierlichen Schärfeverlauf zu erhalten. Über die Tastatur erreicht ihr das Werkzeug mit der Taste {G}

5. Stellt in der Optionsleiste die Eigenschaften für den Verlauf ein: Für das Beispiel wird ein reflektierter Verlauf von Schwarz nach Weiß benötigt.

Die Optionsleiste des Verlaufswerkzeugs

6. Klickt nun im Ebenenbedienfeld einmal in die Ebenenmaske, um sicherzustellen, dass der Verlauf dort gezeichnet wird. Zieht dann im Foto die Verlaufslinie von dem Punkt, der scharf erscheinen soll, zu den unscharfen Bereichen. Photoshop Elements zeichnet daraufhin einen entsprechenden Verlauf in der Ebenenmaske.

Zunächst wird die Ebenenmaske nur im Ebenenbedienfeld sichtbar.

7. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bleibt die Ebenenmaske auf dem Bildschirm ohne sichtbare Folgen, da an den maskierten Stellen die identische Hintergrundebene durchscheint. Um die Maske sichtbar zu machen, müsst Ihr (Shift) (Alt) bzw. (Shift) (MacOpt) gedrückt halten und dazu mit der Maus in die Ebenenmaske klicken.

Bei Bedarf lässt sich die Ebenenmaske als transparentes Rot anzeigen.

8. Die Ebenenmaske wird durch ein halbtransparentes Rot im Bild angezeigt. Entspricht der Verlauf nicht Eurer Vorstellung, so lässt sich ein neuer Verlauf einfach wie in Schritt 6 beschrieben erstellen. Die Effekte werden nicht addiert, es wird immer nur der letzte Verlauf gezeichnet.

9. Klickt nun einmal in die Miniatur der Ebene Hintergrund Kopie. Dadurch wird die Ebene aktiv und die Anzeige der Ebenenmaske abgeschaltet.

10. Anschließend ist der Menübefehl FILTER/WEICHZEICHNUNGSFILTER/GAUßSCHER WEICHZEICHNER an der Reihe, um die gewünschte Unschärfe hinzuzufügen. Aktiviert im folgenden Dialog die Option Vorschau und verschiebt den Radius-Regler, bis die gewünschte Unschärfe sichtbar wird. Schließt den Dialog mit OK, um den Filter anzuwenden.

Der Gaußsche Weichzeichner erzeugt die gewünschte Unschärfe.

Die Ebenenmaske sorgt für den Unschärfeverlauf. An den schwarzen Stellen wird die unscharfe Ebene Hintergrund Kopie ausgeblendet. Dort scheint stattdessen die scharfe Ebene Hintergrund durch und der Miniatureffekt wird sichtbar.

11. Um den künstlichen Spielzeugcharakter der Aufnahme zu unterstreichen kann man abschließend die Farben noch etwas bunter machen. Klickt dazu auf den schwarzweißen Kreis in der unteren Leiste des Ebenenbedienfelds und wählt FARBTON/SÄTTIGUNG aus dem Kontextmenü, um eine neue Einstellungsebene anzulegen.

Dieses Symbol am unteren Rand des Ebenenbedienfelds legt eine neue Füll- oder Einstellungsebene an.

Mit einer Einstellungsebene lassen sich Farb- und Farbtonkorrekturen vornehmen, ohne dass die Pixel im Bild dauerhaft geändert werden. Ihr könnt Euch eine Einstellungsebene wie einen Filter vorstellen, der die darunterliegenden Ebenen einfärbt.

12. Sobald Sie die Einstellungsebene angelegt ist, blendet Photoshop Elements am rechten Rand das Korrekturenbedienfeld ein. Passt nun die Regler Sättigung und Helligkeit an, bis das Aussehen Eurer Vorstellung entspricht.

Mit der Erhöhung der Sättigung und einer leichten Aufhellung wird der Miniatureffekt komplett.

Weitere PSE 10-Workshops

 

Photoshop Elements 10 - Praxiskurs für Digitalfotografen

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