Blog | Apr 9, 2012 | 0 Kommentare

Gut gekocht

Der richtige Kocher für unterwegs

Essen hält bekanntermaßen Leib und Seele zusammen. Das gilt im Besonderen auch bei Touren mit dem Kanu, per Rad oder zu Fuß und das Angebot an Kochermodellen für die mobile Outdoor-Küche ist enorm groß. Um Fehlinvestitionen beim Ausrüstungskauf zu vermeiden, habe ich Euch zum Saisonstart einen Überblick mit den Vor- und Nachteilen von Benzin-, Mehrstoff-, Gas- und Spirituskocher zusammengetragen. Abgerundet wird die Kocherübersicht mit Tipps für die nötigen Küchenutensilien.

Kommt nach einem anstrengenden Wandertag wie gerufen: Küche mit Ausblick.

Welcher Kochertyp bist Du?

Die Ausrüstungsfirmen bieten eine ganze Reihe unterschiedlicher Kochertypen an und nicht jedes Modell ist für jeden und jede Reiseform geeignet. Die nachfolgende Übersicht hilft dabei, denn idealen Freiluft-Kocher zu finden:

Benzinkocher


+ höchster Heizwert
+ funktionieren auch in großer Höhe und bei eisigen Temperaturen
+ Versorgung mit Brennstoff praktisch weltweit problemlos möglich



– oftmals gefährliche Stichflamme beim Vorheizen (notwendig, um das Benzin für die Verbrennung unter Druck zu setzen und zu verdampfen)
– wartungsintensiv und viel technisches Geschick zum Betrieb erforderlich
– saubere Verbrennung nur mit reinem Benzin
– Windschutz meist nicht im Lieferumfang

Mehrstoffkocher vereinigen unterschiedlichen Düsen bzw. Generatoren und können so neben Benzin auch Petroleum, Diesel oder Heizöl verbrennen und eignen sich besonders für Trekker die gerne weltweit unterwegs sind.

Gaskocher


+ hoher Heizwert
+ sauber und einfach in der Anwendung
+ wackeliger Stand bei einfacheren Modellen, die direkt auf die Kartusche gesetzt werden
+ gute Flammenregulierung


– Leistungsabnahme bei geringen Temperaturen und großen Höhen
– Versorgung mit den benötigten Gaskartuschen je nach Trekkingregion z.T. schwierig (gut in Europa, Afrika und Nordamerika)
– Windschutz meist nicht im Lieferumfang

Spirituskocher


+ unkomplizierte Handhabung
+ problemlos im Vorzelt benutzbar
+ zuverlässige Funktion
+ meist in Verbindung mit stabilem Windschutz


– verhältnismäßig geringer Heizwert
– müssen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt vorgeheizt werden
– Flamme lässt sich kaum regulieren
– Brennstofferhältlichkeit außerhalb Europas oft problematisch

Mein persönlicher Kocherfavorit

Ich liebe meinen Trangia-Sturmkocher. Allerdings kommt er bei mir nicht klassisch mit dem Spiritusbrenner zum Einsatz sondern mit einem Gaseinsatz. Die Vorteile dieser Kombination: Man erhält eine kompakte Outdoorküche samt zwei Töpfen, einer Pfanne und einem wirkungsvollen Windschutz mit kompakten Packmaßen. Dank des Gaseinsatzes brauche ich nicht mit Spiritus zu hantieren (früher hat mir mitunter der beim Transport aus dem Brenner ausgelaufener Spiritus den Morgenkaffee im wahrsten Wortsinne „vergällt“) und die Flamme lässt sich bequem regulieren.

Töpfe, Pfannen und weitere Küchenutensilien

Zusätzlich zum Kocher benötigen man Koch- und Essgeschirr. Da es bei einer Trekkingtour auf jedes Gramm ankommt, sollte man sich auf das Wesentliche beschränken. Es reicht ein Topf mit Deckel, der gleichzeitig auch als Pfanne oder Teller dient, ein „Göffel“ (ein Löffel der dank ein paar Zinken an der Vorderseite auch als Gabel funktioniert) sowie ein sogenanntes „Berghaferl“. Da diese ovale Kunststoff-Tasse die Wärme nicht leitet kann man Sie auch nach dem Einfüllen heißer Getränke gut in der Hand halten ohne sich die Finger zu verbrennen. Er ist groß genug, um daraus auch Müsli zu essen und dank einer Skala dient er bei Bedarf auch als Messbecher.

Mehr als nur eine Tasse: der Berghaferl.

Eine sinnvolle Ergänzung zur Minimalausstattung ist ein zweiter Topf (der sich in den ersten Topf stapeln lassen sollte). So kann man auch Tee oder Kaffee kochen, ohne erst den Essenstopf abwaschen zu müssen. Nicht notwendig und nur unnötiger Ballast sind dagegen aus meiner Sicht Teekessel, Teller und ein Geschirrmesser (denn das Taschen- oder Fahrtenmesser ist ja sowie im Gepäck).

Ob man sich beim Material für Aluminium, Edelstahl oder Titan entscheidet, ist in erster Linie eine Preisfrage. Bei der Pfanne lohnt sich nach meiner Erfahrung auf jeden Fall die Investition in ein teureres Modell mit Antihaft-Beschichtung (z. B. Non-Stick oder Teflon), denn Aluminium- oder Edelstahlpfanne neigen so sehr zum Anbrennen, dass sie sich praktisch nur als Deckel, aber nicht als Pfanne verwenden lassen.



Viele weitere praktische Informationen zu Ausrüstung, Planung und Durchführung von Trekkingtouren gibt es in meinem neuen Buch:

Tags:

Hinterlasse Deine Meinung