Blog | Mai 28, 2011 | Noch ohne Kommentare

Drei Wochen mit der Nikon D5100

Gerade rechtzeitig vor meiner Abfahrt für die Recherchetour auf brandenburgischen Gewässern hatte der Paketbote mir noch die bei Amazon bestellte Nikon D5100 überreicht. Hier nun der erste Eindruck nach drei Wochen im Praxiseinsatz.


Nachdem die aktualisierte Neuauflage der D300s und/oder D700 weiter auf sich warten lässt, musste es als neues „Spielzeug“ eben der jüngste und kleinste Spross aus dem Hause Nikon sein. Die Bezeichnung „klein“ ist dabei wörtlich zu verstehen: Dank der kompakten Abmessungen passt die D5100 locker in den kleinsten Pelicase-Koffer 1200 und ist somit wasserdicht verpackt und doch stets griffbereit im Kajak zwischen den Beinen verstaut.

Nikon D5100 mit AF-S Nikkor 1,8/35mm

Neben der Gehäusegröße waren es vor allem die folgenden Merkmale, die die D5100 für mich als Ergänzung zur D300 interessant machen:

Um an dieser Stelle die übliche Wieviel-Megapixel-passen-idealerweise-auf-einen-APS-C-Sensor-Diskussion gar nicht erst aufkommen zu lassen: Ganz offensichtlich hat Nikon die höhere Auflösung gut im Griff. Soweit ich das vom optischen Eindruck her beurteilen kann (ohne eine Labormessung durchgeführt zu haben, versteht sich) rauschen die Bilder aus der D5100 selbst bei hoher Empfindlichkeit weniger als die aus der D300 und das bei vier Megapixeln mehr!

Für mich ist das eine gern gesehene „Auflösungsreserve“. Denn wer weiß – vielleicht soll das ein oder andere Foto ja doch mal auf Werbeplakatgröße aufgeplustert werden und für Ausschnittvergrößerungen schadet das Pixelplus natürlich auch nicht.

Über jeden Zweifel erhaben: die Bildqualität

Aufnahme mit Zeitautomatik, Mehrfeldbelichtungsmessung und automatischem Weißabgleich. Die Nikon D5100 liefert stimmungsvoll belichtete Fotos mit hohem Kontrastumfang.

Der wichtigste Punkt einer jeden Digitalkamera ist ohne Zweifel die Bildqualität. In der D5100 kommt der gleiche Sensor wie in der teureren D7000 zum Einsatz und die Bildergebnisse sind über jeden Zweifel erhaben. Auch hier habe ich wieder keine Labormessungen zur Verfügung, aber was ich unterwegs auf dem Macbook sehe, überzeugt mich voll und ganz (auch in der größten Vergrößerung).

Fotografieren im Dunkeln? Aber ja!

Ein Punkt, der für mich bei der Kaufentscheidung der D5100 praktisch keine Rolle gespielt hat, mich aber nun hellauf (und zwar im wahrsten Wortsinn!) begeistert, ist die Leistung bei höheren ISO-Werten. Selbst ISO 800 liefern ohne weitere Nachbearbeitung gute Fotos. Wer vernünftig entrauscht, bekommt sogar mit noch höheren Empfindlichkeiten vorzeigbare Bilder.

Freihand bei ISO 1600. Aufnahme in RAW, mit den Standardeinstellungen von Lightroom entwickelt

und der 100%-Crop dazu

Das macht nicht nur Spaß, sondern eröffnet völlig neue Fotomöglichkeiten und es fällt mir sehr, sehr schwer, mich daran zu erinnern, dass es noch keine zehn Jahre her ist, dass ich ausschließlich mit Fuji Velvia 50 fotografiert habe!

Fotografieren in der Dämmerung ist kein Problem und Nacht- oder Innenraumaufnahmen gelingen auch ohne Stativ. Wer es auf die Spitze treiben will, kann die D5100 sogar als Spionagekamera einsetzen – wie die Kollegen von photoscala hier eindrucksvoll zeigen.

Was mir weniger gefällt

Wie bei den Einsteiger-Nikons üblich, verfügt die D5100 über keinen eigenen AF-Motor. Das ist schade, da z.B. mein schon etwas betagtes, aber dennoch heiß geliebtes Tokina 12-24mm Weitwinkelzoom so kaum zu gebrauchen ist. Denn leider funktioniert nicht nur der Autofokus nicht (wie erwartet), sondern auch die elektronische Scharfstellhilfe verweigert ihren Dienst (was ich erwartet hätte). Da der grüne Indikator im Sucher dauerhaft leuchtet, bleibt nur das Scharfstellen nach Sicht auf der Mattscheibe – und das gleicht einem Glücksspiel. Die aktuellen AF-I und AF-S Objektive funktionieren an der D5100 dagegen ohne Fehl und Tadel.

In diesem Zusammenhang noch eine Anmerkung: Am besten gefällt mir an der D5100 das AF-S 1,8/35mm G Nikkor. Es passt von der Baugröße her perfekt an die kleine Kamera, denn schon das AF-S Nikkor 16-85mm VR (sonst mein bevorzugtes Immerdrauf-Objektiv) wirkt im Vergleich zum Gehäuse irgendwie klobig und die Ergonomie der Kamera-Objektiv-Kombi schmiegt sich nicht so richtig gut in meine, sicherlich nicht übermäßig großen, Hände.

Blitztechnik wie anno dazumal: Da die D5100 nicht als i-TTL-Master konfiguriert werden kann, um einen externen Blitz fernzusteuern, habe ich für diese Aufnahme die Intervallfunktion der Kamera genutzt und mich samt Blitz ins Zelt begeben. Immer wenn der Kameraverschluss öffnete, wurde der Blitz manuell ausgelöst. Nach etlichen Fehlversuchen hat es schließlich gepasst.

Ein Manko, dass mir beim Kauf nicht bewusst war, der mich aber sehr stört: Die D5100 kann nicht als i-TTL Master eingesetzt werden. Aus meiner Sicht ist das ein Riesenschritt zurück in die Steinzeit der Blitztechnk, denn inzwischen habe ich mich doch sehr daran gewöhnt den SB-600 entfesselt zu verwenden und drahtlos mit dem Kamerablitz fernzusteuern.

Natürlich kommt die D5100 mal wieder mit einem neuen Akku daher, also muss noch ein Ladegerät mehr ins Reisegepäck. Leider liegen die Kontakte des EN-EL14 (der neben der D5100 auch in der D3100 sowie der Coolpix P7000 zum Einsatz kommt) so eng beieinander, dass nicht mal das Ansmann Universal-Ladegerät weiterhilft. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass man sich in Brüssel (wenn denn das Universal-Handyladekabel endlich da ist) auch die Fotoindustrie vorknöpft und ein einheitliches Ladegerät für alle Digitalkameras vorschreibt– das wär doch mal was!

Fazit

Abgesehen von den genannten Abstrichen ist die D5100 eine klasse Kamera, die sich sehr gut sowohl von Einsteigern wie auch fortgeschrittenen FotografInnen bedienen lässt und ausreichend manuelle Einstellmöglichkeiten bietet. Sehr gut gefallen hat mir auch der bislang unerwähnte Live-View-Hebel, der ohne langes Suchen im Menü sofort den Live-View-Modus einschaltet. In Verbindung mit dem dreh- und schwenkbaren Objektiv sind so auch ungewöhnliche Kamerastandpunkte leicht realisiert.

 

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