Blog | Apr 23, 2013 | 1 Kommentar

Preis im Sinkflug

Kauftipp: Canon EOS M

Den Preisverfall von Notebooks, Unterhaltungselektronik und natürlich auch Digitalkameras sind wir gewohnt. Trotzdem traute ich mich meinen Augen nicht, als ich heute [alle Preisangaben im Text sind Stand 23.4.2013] den Preisverlauf der erst im vergangenen Sommer vorgestellten Canon EOS M auf geizhals.at entdeckte:

In nur 9 Monaten ist der Straßenpreis für die EOS M samt 18-55 mm Zoomobjektiv über die Hälfte gefallen.

In nur 9 Monaten ist der Straßenpreis für die EOS M samt 18-55 mm Zoomobjektiv um über die Hälfte gefallen.

Sicherlich war der von Canon zur Markteinführung geforderte Preis von über 800 € für das Kit aus Kamerabody und 18-55mm Zoom eine Frechheit. In nicht einmal einem Jahr ist der Preis aber nahezu um die Hälfte gefallen, was die EOS M aus meiner Sicht zu einem echten Kauftipp macht:

429 € kostet aktuell das Kit aus Canon EOS M, EF-M 18-55mm 1:3,5-5,6 IS STM Objektiv und Blitzgeräte Speedlite 90EX bei amazon.de, der günstigste Anbieter beim Preisvergleich Geizhals  verlangt sogar weniger als 400 €.

Noch interessanter finde ich persönlich das Kit aus EOS M-Gehäuse samt 22mm-Pancake und EF-EF-M-Adapter, der den direkten Anschluss von EF/EF-S-Objektiven an die EOS M ermöglicht. Für z.Zt. ca. 550 € bei amazon.de bekommt man damit eine sehr kompakte Immerdabeikamera mit Spitzenbildqualität und Canon EOS-DSLR-Fotografen erhalten gleichzeitig ein kompaktes Backup-Gehäuse, dass die Fototasche praktisch nicht belastet.



Mit Sonderangeboten ist es ja immer so eine Sache und nicht selten entpuppt sich ein vermeintliches Schnäppchen als teure Fehlinvestition und der nahezu dramatische Preisverfall hat sicherlich seine Gründe. Als Canon als letzter großer Kamerahersteller mit der EOS M eine spiegellose Systemkameras präsentierte, waren die Erwartungen hoch und die meisten Journalisten, Fotografen und sogar Canon-Fans zeigten sich von der EOS M enttäuscht.

Cover Kamerahandbuch EOS M

Die häufigste und heftigste Kritik widmete sich, und das ganz zu recht, der enttäuschende AF-Performance, in der viele Canon die Absicht unterstellen, nicht im Segment der sehr erfolgreichen Einsteiger-DSLRs zu wildern. Sicherlich hätte Canon es besser gekonnt und über die wirklichen Gründe für die Mängel der EOS M kann ich an dieser Stelle nur spekulieren. Gleichwohl ist die EOS M eine faszinierende Kamera, wie ich während meiner intensiven Recherche für das gerade im Addison-Wesley Verlag erschienende Kamerahandbuch zur EOS M festgestellt habe.

Der Touchscreen erlaubt die intuitive Kamerabedienung und die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Und ganz so unterirdisch, wie er überall gemacht wird, ist der Autofokus dann auch wieder nicht – zumindest für alle, die ihre Brötchen nicht gerade mit Sport- oder Action-Fotografie verdienen müssen.
Sicherlich wird sich der Anschaffungspreis für die EOS M weiter nach unten entwickeln und es kann durchaus sein, das Canon bald einen deutlich verbesserten Nachfolger präsentiert. Nicht ganz von der Hand zu weisen sind auch Gerüchte (genährt vor allem durch die Ankündigung der ultrakompakten DSLR Canon EOS 100D), die von einer Einstellung des EOS-M-System unken, noch bevor es richtig gestartet ist.

Großer Sensor, kleines Gehäuse. Die EOS M ist die perfekte Reisekamera und liefert eine herausragende Bildqualität. Aufnahme mit Canon EOS  M und 18-55mm bei ISO 500.

Großer Sensor, kleines Gehäuse. Die EOS M ist die perfekte Reisekamera und liefert eine herausragende Bildqualität. Aufnahme mit Canon EOS M und 18-55mm bei ISO 500.

Das alles ändert aber nichts daran, dass die EOS M eine leistungsstarke und sehr kompakte Kamera ist, die den aktuellen Straßenpreis wert ist. Wem das als Kaufargument noch nicht ausreicht, zu guter Letzt noch ein Schmankerl für Besitzer einer Profi-DSLRs ohne eingebauten Blitz. In den oben genannten Kamerasets ist auch der Speedlite 90EX mit von der Partie. Der ist zwar nicht besonders leistungsstark, aber mit allen EOS DSLRs kompatibel und kann z.B. an EOS 6D oder EOS 5D Mark III als Master für die drahtlose E-TTL-2 Steuerung weiterer Speedlites genutzt werden. Das macht in vielen Fällen die Anschaffung des separaten IR-Blitzauslöser Canon ST-E2 überflüssig, der ja ebenfalls mit einem Preis von knapp 200 € zu Buche schlägt.

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Ein Kommentar

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Michi Blümel

4/23/2013

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