Das Petelski-Windkiss-Segel im Einsatz auf der Eider

Blog | Sep 6, 2013 | 0 Kommentare

Zu Besuch bei segelkajak.com

Kajaksegeln auf der Eider

Das Land so flach wie eine Flunder. Links und rechts wechseln sich bis zum Horizont in regelmäßiger Folge Kühe und Knicks ab. Schnurgerade wie ein us-amerikanischer Highway bringt mich die Landstraße durch die tischebene Fläche der schleswig-holsteinischen Geest zum Heider Marktplatz, der mit 4,7 ha der größte in Deutschland sein soll.
Wegen dieses Superlativs bin ich aber nicht gekommen und wenig später biege ich links ab nach Lohe-Rickelsdorf, wo mich Krystof Petelski „in einer der kleinsten Bootswerften Deutschlands“ begrüßt, wie er schmunzelnd sagt.

Der Grund für meinen Besuch? Eine Kajaksegel-Marktübersicht, die in der nächsten Ausgabe des Kajakmagazins erscheinen wird. Und da bin ich bei Krystof genau an der richtigen Adresse, denn vor ein paar Jahren hat er seine Wassersportbegeisterung zum Beruf gemacht und sich auf das Kajaksegeln spezialisiert.

Am kleinen Eiderstrand bei Bargen hieven wir das Prijon Seayak vom Hänger und installieren die Ausleger. „Sehen ein bisschen wie Stützräder beim Kinderfahrrad aus“ ist mein erster Gedanke, aber da ich außer kürzeren Experimenten mit dem Treibsegel am Kajak kaum Segelerfahrung vorweisen kann, bin ich über die erhöhte Stabilität der 1,3 m breiten Ausleger, die wahlweise aus GFK oder Aluminium lieferbar sind, mit ihren beiden Schwimmern am Ende nicht böse. Mit einem weiteren Handgriff findet dann noch die Schwertachse des Seitenschwerts ihren Weg in die entsprechenden Löcher am Mastfuss, der fest auf das Vordeck geschraubt ist und es kann losgehen.

 

Stützen fürs Kajak: Die Kanuausleger senken das Kenterrisiko.

Stützen fürs Kajak: Die Kanuausleger senken das Kenterrisiko.

Als erstes probiere ich das von Krystof liebevoll nur „Rolli“ genannte Rollsegel aus und bin begeistert von der simplen, aber gleichzeitig cleveren Lösung: Ein Zug an der Schot rollt das Segel vom Mast ab und der Spaß kann beginnen. Frischt der Wind auf, reicht ein Zug an der Mastrollleine, um das Segel wieder um den Mast zu wickeln und die Segelfläche zu reduzieren. So lässt sich die zur Verfügung stehende Segelfläche stufenlos an die vorherrschende Windstärke anpassen. Bei den aktuell vielleicht gerade einmal 2 Windstärken ist das zwar nicht nötig, aber gut zu wissen, das man könnte, wenn man müsste.

 

Petelski Windkiss

Der Windkiss im Einsatz

Nach meinen ersten Runden über das Wasser tauschen wir das Rollsegel gegen den Windkiss. Durch seine Form und den Baum ist es um einiges effektiver, und wenn ich denn Wind richtig erwische, geht tatsächlich die Post ab. Und damit das der Fall ist, gibt es von Krystof noch einen kurzen Segelgrundkurs: „Sobald das Segel zu flattern beginnt, musst Du es wieder anholen, bis es gerade nicht mehr flattert – dann bist Du am schnellsten.“ Gesagt getan, nach ein paar weiteren Wenden (Drehung mit dem Bug durch den Wind) und Halsen (Drehung mit dem Heck durch den Wind) habe ich ernsthaft Gefallen am Segeln gefunden.

 

Die Montageplatte für den Mast wird mit zwei Schrauben auf das Deck geschraubt und ist bereits für die Schwertaufnahme vorbereitet.

Die Montageplatte für den Mast wird mit zwei Schrauben auf das Deck geschraubt und ist bereits für die Schwertaufnahme vorbereitet.

Mehr Infos, Fotos und Videos zum Segelkajak und den verschiedenen Segeln von Krystof Petelski findet ihr auf seiner sehr umfassenden Website www.segelkajak.com.

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